– Schnack nicht so viel, lieber die Kunden angucken!

Über viele Jahre bin ich in Deutschland als Kunde gut behandelt worden. Ich kann nicht sagen, dass der Begriff Servicewüste Deutschland stimmt. Aber heute hat die Kaufhauskette Karstadt mir gezeigt, wie miserabel man einen Kunden behandeln kann.

Mit dem jüngsten Sohn bin ich heute Mittag mit einem prall gefüllten Portemonnaie in die Karstadtfiliale Flensburg (Filiale 219) gegangen, damit wir diverse Geburtstagsgeschenke kaufen konnten.

Wir haben nichts Passendes gefunden, nur die Geburtstagskarten wurden ausgesucht und an die Kasse (Kasse 061) gebracht.

In der Stadt war wirklich viel los heute, viele Menschen wollten Schnäppchen machen oder Weihnachtsgeschenke umtauschen.

Aber an der Kasse 061 – Erdgeschoss, hinten bei den Geschenkartikeln und Karten – war nichts los.

Die Frau an der Kasse – ich werde ihren Namen aus «Pietätsgrunden» nicht erwähnen – war sehr damit beschäftigt mit einer Kollegin etwas «Wichtiges» zu besprechen. Kunden wurden nicht gerade beachtet, und mein Hallo auch nicht erwidert.

Ich gebe ihr die zwei Geburtstagskarten und sie schafft es diese einzuscannen, während sie mit der Kollegin «Kaffeekränzchen» macht.

– Das macht 4,75€, sagt die Kassiererin. Sie bekommt von mir 10€.

Aus irgendwelchen Gründen (wobei ich es genau sagen kann, sie quatscht immer noch mit der lieben Kollegin), tippt sie 5€ als angenommen ein. Ich bekomme also 25 Cent zurück.

Und was mit dem Rest? sage ich. Sie guckt mich endlich (zum ersten Mal) an und sagt, dass ich ihr 5€ gegeben habe. Ich verneine dies, sogar zwei fremde Kunden neben mir bestätigen, dass ich ihr 10€ in die Hand gedrückt habe.

Im Normalfall hätte ich jetzt erwartet, dass die Kassiererin mir einen 5-Euroschein zurückgibt. Aber nein, stattdessen schreit sie durch den Verkaufsraum «Ich muss Kassensturz machen, wer darf das?». Ich fühle es, als ob die Kassiererin behauptet, ich würde sie bescheissen.

Ein angesteller männlicher Wannabechef kommt angelaufen und verkündet, dass keiner Kassensturz machen darf. – Sie müssen heute Abend wiederkommen wenn die Kasse gezählt wird, versucht er es.

Obwohl ich heute Morgen meine Blutdruckspille genommen habe, rege ich mich jetzt auf. – Ich will sofort mein Geld sehen und die anderen Kunden bezeugen die Richtigkeit meiner Behauptung, sage ich.

Die Angestellten werden kleinlaut und bitten darum, dass ich in ein paar Stunden wiederkomme, damit sie in der Zwischenzeit die Kasse zählen können.

Ich bin dann nett und gehe. Aber die Servicewüste Deutschland bzw. Karstadt lässt es bei mir kochen.

Ein paar Stunden später komme ich wieder. Die Kassiererin bei Karstadt Flensburg ist von ihrem hohen Ross abgestiegen und hat den 5-Euroschein bereitgelegt.

Und ich werde NIE WIEDER bei Karstadt Flensburg einkaufen. Hoffentlich schaffen Sie es, die Aufmerksamkeit der Kassiererin (zumindest an der Kasse 061 in der Filiale 219 Flensburg) zu bekommen, BEVOR Sie ihr Geld aus dem Portemonnaie lassen.

En ubehagelig kritiker av den politiske korrektheten

Den tyske forfatteren Günter Grass får så ørene flagrene for sitt dikt "Hva som må sies". Han er lei av å være bundet av den tvungne stillheten som tysk historie selv har lagt over alt som har med jødedommen og Israel å gjøre.

Heldigvis er Grass en sterk personlighet som ganske sikkert klarer å stå imot alle kreftene som setter inn støtet mot ham.

I Spiegel uttaler den jødiske historikeren og journalisten Tom Segev seg slik:

Er verdrehe die Tatsachen, sei getrieben von seiner Waffen-SS-Vergangenheit – und solle seine "letzte Tinte" lieber aufsparen.

Oversatt: Han (implisitt Günter Grass) vrir fakta, er drevet av sin egen Waffen-SS-historie – und burde heller spare "sitt siste blekk".

Sitat: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,825782,00.html

I den største tyske avisen BILD kommer salvene enda kraftigere fra tyske politikere og meningsytrere, f.eks.:

Es wäre besser gewesen, Grass hätte weiter geschwiegen. Grass spielt mit antisemitischen Klischees (Michel Friedman, CDU).

Oversatt: Det hadde vært bedre om Grass hadde tidd stille. Grass lefler med antisemittiske klisjeer (Michel Friedman, CDU). (Friedman er forøvrig selv jøde.)

Sitat: http://www.bild.de/politik/inland/guenter-grass/irres-gedicht-gegen-israel-23502664.bild.html

Tyskland har ikke for vane å ytre kritikk mot Israel, selvsagt mye begrunnet i historiske hendelser. Enhver ytring som går mot den "offisielle" israelske politikken ansees for å være antisemittisk – jødefiendtlig. Man er totalt fanget i et system der Israel styrer hva Tyskland skal mene om handlinger som utføres av Israel.

Det er på tide at noen tar til orde for at dette ikke er i orden – Grass er utrolig nok en slik mann. Det overrasker meg at han tar dette skrittet nå.

Er du i stand til å lese og forstå tysk, kan du jo forsøke deg på en tolkning. Jeg gjengir derfor hele diktet, men i prinsippet går det hele ut på at Grass anser Israel for å være aggressiv i konflikten med Iran og således ikke bør få ubåtleveranser fra Tyskland – de er rett og slett en fare for verdensfreden (noe jeg er absolutt enig i). At noen (stort sett tyske politikere, representanter fra jødiske organisasjoner og kjente jødiske medborgere såvidt jeg kan se av tyske medier) kan tolke Grass dithen at han agerer antisemittisk er i mine øyne spinnvilt.

 

Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran
 
Was gesagt werden muss
 
Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.
 
Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.
Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten –
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?
Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt "Antisemitismus" ist geläufig.
Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.
 
Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.
 
Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir – als Deutsche belastet genug –
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.
 
Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.
 
Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen
 

Sitat: http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-zum-konflikt-zwischen-israel-und-iran-was-gesagt-werden-muss-1.1325809

Utfordrende rap på tysk

Av og til er det viktig å gi noe til elever som virkelig er gode i tysk – jeg tenker nok helst på videregående skole.

Jeg er drittlei av Ein bisschen Frieden og andre dustesanger som påtvinges elevene. Hva med å bruke "Weck mich auf" med Samy Deluxe og la elevene analysere den? Han er en tysk rapper som virkelig rører ved dagens tyske samfunn – hans tekster er tøffe, vanskelige å forstå og med dyp mening.

Lytt først til rappen:

Deretter forsøker du å følge med på teksten:

Wir leben in 'nem Land, in dem mehr Schranken stehen als es Wege gibt,
mehr Mauern als Brücken gibt, Stimmung is negativ,
und die Alten fragen warum rauch ich täglich Weed,
warum sind ich und meine ganze Generation so depressiv,
wir sind jeden Tag umgeben von lebenden Toten,
umgeben von Schildern die uns sagen: Betreten verboten!
umgeben von Skinheads, die Türken und Afrikanern das Leben nehmen,
während Bullen daneben stehen, um Problemen aus dem Weg zu gehen
umgeben von Ja-Sagern, die alles nur nachlabern,
den kaltes dunkles Blut pumpt durch die Schlagadern
umgeben von Kinderschändern, die grad mal Bewährung kriegen,
genauso wie die scheiß Nazis deren Opfer unter der Erde liegen.
Hat dieses Land wirklich nicht mehr zu bieten
als ein paar Millionen Arschgesichter mit ner Fresse voller Hämoriden,
die meinen dies Land sehr zu lieben, doch sind nicht sehr zufrieden,
passt zu eurem Frust oder warum seid ihr hier geblieben?
Ich muss mich von euch ganzen Schlappschwänzen abgrenzen,
all den ganzen Hackfressen, die mich jeden Tag stressen,
sind die gleichen Leute an der Spitze die sich satt essen,
und Minderheiten werden zu Mehrheiten und trotzdem vergessen!

Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehen vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Man versucht uns ständig einzureden,
dass es noch möglich wär hier frei zu leben,
Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehen vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Ich und Du und Er und Sie und Es sind besser dran wenn wir uns selber helfen

Ich bin der Typ der kurz nach Beginn der Party schon geht,
weil ich nicht feiern kann solange ich im Babylon leb,
wir haben miese Karten, regiert von Psychopaten,
verwaltet von Bürokraten, die keine Gefühle haben,
kontrolliert von korrupten Cops die oft Sadisten sind,
Verdächtige suchen nach rassistischen Statistiken,
gefüttert von Firmen die uns Jahrzehnte lang vergifteten,
informiert durch Medien die es erst zu spät berichteten,
scheiß auf`n Unfall im PKW, Schäden von THC,
wir ham` bald alle BSE, und du schaust noch auf dein EKG,
bevor dein Herz stoppt,
und denkst auf`n dickes Steak hätt ich trotzdem jetzt Bock (verdammt nochmal),
Gehirnwäsche pur, rund um die Uhr und Vater Staat schlägt und vergewaltigt Mutter Natur,
die scheiß Politiker dienen der dunklen Seite wie Darth Vader,
und haben nen Horizont von ca. einem Quadratmeter, keine eigene Meinung,
aber zehn eigene Ratgeber,
die schwachsinnigen scheiß reden als hätten sie einen Sprachfehler,
hoffen die braven Wähler zahlen weiterhin gerne Steuergelder,
doch ich bin hier um Alarm zu schlagen,
wie`n Feuermelder!

Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehen vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Man versucht uns ständig einzureden,
dass es noch möglich wär hier frei zu leben,
Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehen vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Ich und Du und Er und Sie und Es sind besser dran wenn wir uns selber helfen

Was sagt wohl Schröder dazu, ich glaub ich ruf ihn mal an, sag zu ihm:
Gerhard, schau dir doch unsere Jugend mal an,
1/3 starrt mit offenem Mund auf ihre Playstation,
das zweite Drittel feiert im Exzess als Rave-Nation,
abhängig von teuflischen pharmazeutischen Erzeugnissen,
weil sie nicht wussten was diese Scheißdrogen bedeuteten,
das dritte Drittel hängt perspektivlos rum auf deutschen Strassen,
Kids mit 13 Jahren ziehn
sich schon dies` weiße Zeug in die Nasen,
die keine Ziele und Träume haben, und das sind meist teure Waren,
kann nich leben, nich weiter als heute Abend,
denken zur Not geht es wie bei Nintendo noch neu zu starten,
scheißen drauf ob sie bald sterben, wer will schon alt werden,
in diesem Land, in dem mehr Schranken stehen als es Wege gibt,
mehr Mauern als Brücken gibt – Stimmung ist negativ,
für die Alten: Darum rauchen wir täglich Weed,
und deshalb sind ich und meine ganze Generation so depressiv

Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehen vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Man versucht uns ständig einzureden,
dass es noch möglich wär hier frei zu leben,
Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum,
Menschen sehen vor lauter Bäumen den Wald kaum,
Ich und Du und Er und Sie und Es sind besser dran wenn wir uns selber helfen

Jeg skal ikke bruke tid på å oversette teksten, det er ikke helt enkelt, men som en smakebit kan jeg ta refrenget:

Vekk meg opp av dette marerittet,
Menneskene ser ikke skogen for bare trær,
Man forsøker å overtale oss
til å tro at det er mulig å leve fritt her,
Vekk meg opp av dette marerittet,
Menneskene ser ikke skogen for bare trær,
Jeg og du og han og hun og det har det bedre dersom vi hjelper oss selv

Hva med å plukke ut småbiter fra teksten og be elevene finne ut at hva Samy egentlig rapper om? Det er mye samfunnskritikk i teksten hans.

Wohnen wo andere Urlaub machen – Kunstnerdalen

Einige haben sicherlich keine Ahnung, wo ich eigentlich wohne. Dann ist es vielleicht an der Zeit, einen «Touristentext» zu veröffentlichen, der zumindest einiges darüber erzählt, was in meiner Umgebung zu finden ist:

Mitten in Buskerud, Norwegen gibt es ein Tal, das im Goldalter der norwegischen Malerkunst zentral war. Es wurde das Tal der Künstler genannt, da bekannte Künstler wie Edvard Munch, Chr. Krogh, Adolph Tidemand und Hans Fredrik Gude u.a. hier viele Meisterwerke malten.

Was war es, das eine solche Schaffensfreude bei den bereisten Künstlern auslöste? In der offenen, zauberhaften Landschaft tauchen Trolle auf – Sie brauchen nur die Augen aufzumachen. Viele der Künstler haben sie auf der Leinwand festgehalten. Christian Skredsvig und Theodor Kittelsen haben sich hier niedergelassen, um in der Nähe ihrer Motive zu sein. Kommen Sie mit auf eine Rundreise durch das Tal, das so vielen Inspiration gegeben hat.

Die Fahrt beginnt beim Blaafarveværket in Modum, das seinerzeit weltweit wichtigster Lieferant der koboltblauen Farbe für die Glas- und Porzelanindustrie war. Die Fachwerkhäuser sind 200 Jahre alt, und das Museum besteht aus fünf verschiedenen Anlagen, die sich über 8 km erstrecken. Hier können Sie u.a. verschiedene Ausstellungen sehen, die Geschichte dieses Ortes erleben, den Kinderbauernhof besuchen, den blauen Laden in der Mühle oder eine Fahrt in die Koboltgruben machen. Nicht zuletzt ist der Ort als einer der wichtigsten Vermittler der bildenden Kunst im Norden.

Der Weg geht weiter am Fluss Simoa entlang, der sich breit und schön bis Prestfoss schlingt. Ein alter Hof mit Gebäuden mit teergebrannten Wänden ist der nächste Halt. Das Volksmusikzentrum für Buskerud und das Sigdal und Eggedal Museum bieten den ganzen Sommer hindurch Musik und sonstige Veranstaltungen. Dort gibt es ein ausgelassenes Leben mit Tanz und Vergnügen und Verkauf von Kunstgewerbe und Handwerksprodukten.

Bei Prestfoss beginnt der See Soneren. Hier liegt das Zuhause von Theodor Kittelsen, Lauvlia, wo er seine schöne Naturpoesie schuf. Das Haus hat er selbst mit Holzschnitzereien und gemalten Motiven ausgeschmückt. Sie sehen die Modelle von Spielzeug, das er für seine Kinder gemacht hat. Dort stehen Staffeleien, Pinsel und Farben für alle Kinder zum Gebrauch bereit.

In Eggedal finden Sie das Zuhause von Chr. Skredsvig, Hagan, hoch über Eggedal Kirche gelegen. Es ist ein seltsames Haus aus mehreren Gebäuden zusammengesetzt, wo eine einzigartige Sammlung von 150 originalen Gemälden und Zeichnungen von ihm selbst und seinen Künstlerfreunden hängen. Prachtvolle alte Bauernmöbel, von Skredsvig selbst gesammelt, schmücken die Räume.

Sie kommen dann über Djupsjøen nach Norefjell mit grossartigen Wandergebieten, sowohl im Sommer als im Winter. Das Märchenschloss Villa Fridheim liegt am Krøderfjorden. Das grosse Holzgebäude wurde in den 1890ern in einem eigenartigen Stil errichtet, mit einem Turm, der 30 Meter hoch über die Erde hinausragt. Die Wände in der Halle sind mit grossen Wandmalereien mit Märchenmotiven dekoriert. Villa Fridheim hat auch Ausstellungen und Aktivitäten für Kinder.

Das Touristenschiff Kryllingen zeigt den Weg auf dem Krøderfjord, und der Fjord ist schön verewigt in dem Gemälde «Abend am Krøderfjord» von Tidemand & Gude aus dem Jahr 1851. Am Ende des Fjordes liegt Norwegens älteste Museumseisenbahn, Krøderbanen, die 26 Km lang ist. Sie werden in die Zeit der Dampflokomotive versetzt mit Rauch und Dampf in zeitgemässer Umgebung aus der vorigen Jahrhundertwende. Die Goldgräberstadt Deadwood City bei Kløftefoss wird jeden Sonntag von Cowboys verheert. Nehmen Sie sich vor Raubüberfällen in Acht!

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Das Blaafarveværk (Blaufarbenwerk) in Modum ist der grösste Touristenbetrieb in Kunstnerdalen mit den meisten Besuchern jedes Jahr. Kein Wunder, denn hier bekommen die Gäste sehr viele und unterschiedliche Erlebnisse.

Das «Kongelige Modumske Blaafarveværk» wurde 1773 errichtet und war der erste grosse Chemiebetrieb Skandinaviens. Das kobalthaltige Erz wurde von den Gruben zum Werk transportiert und die besondere kobaltblaue Farbe hier gewonnen.Während seiner Blütezeit von 1773 – 1893 verschickte das Werk sein Kobaltblau in die ganze Welt. Der Gedanke, dass das Blaafarveværk sein Farbpigment schon 1788 über Holland nach Japan exportierte, hat etwas Faszinierendes. Denn immerhin war Japan ein streng abgeschirmtes Land. Sie können die Ausstellungen besuchen und dort lernen Sie den Prozess «vom Erz zum fertigen Farbpulver» kennen.

Große Porzellansammlungen (von 1780 bis 1880) bilden eine einmalige Ausstellung. Hier finden Sie viele Stücke der ausländischen Fabriken, die ihre Produkte mit der Farbe aus Modum dekorierten. Ausgestellt sind auch andere Gegenstände, wie alte Eisenöfen und antike Möbel.

Die mit dem Werk verbundene Kulturgeschichte ist vielfältig und umfasst sowohl Kunst- als auch Industrie- und Chemiegeschichte. Doch seine produktive Zeit beinhaltet auch den Alltag der Arbeiter, die alten Wohnhäuser, das Familienleben in Zeiten der Armut und die Schule, wo die Jüngsten das Einmaleins lernen mussten.. Alle Gebäude sind in ihren ursprünglichen Zustand versetzt worden. In der Mühle finden Sie Europas grösste Auswahl an kobaltblauem Glas, und hier können Sie schöne Andenken und Geschenke kaufen.

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Es ist nicht nur die Natur, aber auch die Kulturtraditionen, die Sigdal zu einer Miniaturausgabe Norwegens machen. Sigdal und Eggedal Museum ist nicht ein totes Zeugnis einer vergangenen Zeit. Mitten in einer Umgebung mit Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert finden Sie ein Zentrum eines pulsierenden und blühenden Kulturlebens.

In diesem Freiluftmuseum sind Sie auf historischem Boden. Auf diesem Gebiet war das alte Grundstück eines Nickelwerkes. Sie können noch die Schlackenhaufen sehen, die – wie zur Erinnerung – am Flussufer der Simoa liegen. Die Gruben lagen auf dem Grågalten Berg und in Ramstadmarka. 1930 wurde dann beschlossen, hier ein Museum zu bauen.

1944 wurde ein grosses zweistöckiges Gebäude aus Eikje bei Prestfoss hier wieder aufgebaut. Das Erdgeschoss ist von ca. 1750. Geht man die Treppe hinauf, kommt man in einen sehr schönen, mit Rosenmalerei verzierten Saal. Bald folgten weitere alte Blockhäuser, und das Museum in einen kompletten Hof des 18. Jahrhunderts verwandelt. Rund um den Platz findet man jetzt eine alte Stube, einen Heuschober, Kuh- und Pferdestall, Schmiede, Vorratshaus, Kornspeicher, Brauhaus, eine Almhütte und vieles mehr, was das Landleben von damals eindrucksvoll illustriert.

Mitten auf dem Gelände liegt ein alter Dorfladen, wo Sie Erinnerungen kaufen können. Auf den verschiedenen Ausstellungen können Sie hautnah erleben, wie die Menschen damals gelebt haben. Sie können aber auch einem etwa fünf Kilometer langen Pfad folgen und einen idyllischen Häuslerplatz mitten im Wald entdecken.

Die Vermittlung der Kulturtraditionen ist wichtig, wenn dieses Erbe weiterleben soll. Zum Volksmusikzentrum kommen Kinder und Jugendliche aus ganz Norwegen, um das Spielen traditioneller Instrumente zu lernen. Es werden ständig Kurse und Seminare angeboten. Wenn Sie eine Kostprobe norwegischer Volksmusik haben möchten, finden Sie hier eine breite Auswahl an CDs.

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Das Theodor-Kittelsen-Haus

Lauvlia liegt wunderschön am See Soneren in Sigdal. Das Haus ist dekoriert mit Schnitzereien und Gemälden. Theodor Kittelsen und seine Frau Inga hatten viele Kinder, und er machte viele der Spielzeuge für die Kinder in Eigenarbeit. Die Besucher können die Holzspielzeuge als Andenken an Kittelsen und Lauvlia kaufen.

Lauvlia zu besuchen ist als ob ein Märchen Wirklichkeit wird. In dieser Umgebung schuf Th. Kittelsen den norwegischen Troll und Sie können einfach herausfinden, warum er es gerade hier bei dem Andersnatten Berg tat.

Es gibt viele Aktivitäten für die Kinder, sie können Kittel, Leinwand, Farben und Pinsel leihen – die jungen Künstler können Andersnatten malen und sehen, ob sich der Berg in einen Troll verwandelt. Danach laufen sie den Kinderpfad hinauf, wo sie vielleicht Trolle versteckt im Wald sehen. Am Waldrand liegt das kleine Amphitheater, wo man echte Trolle erleben kann. Danach geht man auf Entdeckungsreise in die Trollhöhle.

Jedes Jahr gibt es in Lauvlia neue Ausstellungen, die verschiedene Seiten des Künstlers beleuchten.

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Das Christian-Skredsvig-Haus

Das Haus von Christian Skredsvig liegt hoch oben in Eggedal mit einer fantastischen Aussicht über das Tal. In seinem spannenden Haus kann man auf Entdeckungsreise gehen und leicht verstehen, warum der Künstler inspiriert wurde, hier viele seiner bekanntesten Gemälde zu malen. Das gut erhaltene Künstlerhaus ist eigentlich eine umgebaute Scheune, mit vielen spannenden und geheimnisvollen Ecken. Bis zum kleinsten Detail ist hier alles noch so wie zu Lebzeiten Chr. Skredsvigs.

Eggedal – das heisst übersetzt in etwa «Tal der Kanten». Schroffe Steinformationen ragen dort empor, wo das Wasser des Flusses Eggedøla in wilden Stromschnellen talwärts schiesst.

Christian Skredsvig wurde am 12. März 1854 in Modum geboren. 1869 zog er nach Christiania (das damalige Oslo) und wurde Schüler an einer Malerschule und an der Königlichen Zeichenschule, um danach die Studien in Kopenhagen fortzusetzen. 1874 ging er nach Paris und von 1875-1878 lebte er in München. 1879 war er zu Hause in Norwegen, um dann wieder nach Paris zurückzukehren.

Der «Salon de Paris» war damals eine alljährlich stattfindende Kunstausstellung, und man wurde kaum als «ordentlicher Künstler» anerkannt, bevor man nicht teilgenommen hatte. Das erste Bild von Skredsvig, das angenommen wurde, war «Schneefahren auf der Seine» 1880. Doch sein bekanntestes Bild ist «Bauernhof in Venoix», für das er 1881 auf dem «Salon de Paris» die Goldmedaille bekam. In den Jahren 1880-1890 hatte Skredsvig seine besten Jahre als Male. Später wurde er auch Autor und schrieb mehrere autobiographische Bücher und Romane. Der Künstler war wenig von den modernistischen Strömungen der letzten Jahrhundertwende beeinflusst. Viele mutmassen, dass dies an der Isolation in Eggedal lag.

Während seiner ganzen Karriere als Maler behielt Christian Skredsvig seinen klassischen Stil bei, der deutlich vom französischen Naturalismus geprägt war. Am 19. Januar 1924 start Skredsvig in seinem Haus Hagan in Eggedal. Als Maler und Autor hat er sich für immer eine bedeutsame Position zwischen den Meistern des «Goldenen Zeitalters» gesichert.

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Märchenmuseum am Krøderen

Es war einmal, und das gibt es immer noch! Wer kennt nicht die norwegischenTrolle und vielleicht auch die norwegischen Märchen? Sie sind herzlich eingeladen, das Märchenschloss Villa Fridheim zu besuchen. Es liegt bei Norefjell auf einer Insel im Krøderfjord. Das eigenartige Gebäude hat einen Turm, der 30 Meter hoch über die Erde hinausragt.

Das Gebäude an sich ist ein architektonisches Erlebnis, wie herausgeschnitten aus dem Märchen «Soria Moria» von Asbjørnsen & Moe, den norwegischen Märchensammlern. Villa Fridheim gehörte einmal einer Familie aus Drammen, es wurde als Ferienhaus benutzt.

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Ein lebendiges Museum

Krøderbanen ist eine Regelspureisenbahn mit Dampf von Vikersund nach Krøderen in Buskerud. Mit seiner 26 Kilometer langen Bahnstrecke wird Krøderbanen auch «das längste Museum Norwegens» genannt. Das alte Bahnhofmilieu auf Krøderen ist behütet. Am Wochenende im Sommer können Sie mit dem Dampflokomotiv und den alten Waggons fahren. Den ganzen Sommer finden hier Sonderveranstaltungen statt. Korrespondenz in Vikersund mit dem Zug von und nach Oslo.

Flacher, norwegischer Humor durch Raske Menn

Heute Abend habe ich das zweifelhafte Vergnügen gehabt, norwegische Comedy zu erleben. Im Theater in Drammen habe ich Raske Menn («Schnelle Männer») gesehen. Die Comedytruppe bestehend aus den drei Kerlen Anders Hoff, Calle Hellevang-Larsen und Øyvind Rafto hat leider meine Überzeugung bestärkt, dass Norweger mit wenig zufrieden sind um Spass zu haben. Es war einfach zu dumm um wahr zu sein.

Vorweg muss ich gestehen, dass ich Raske Menn nicht kenne. Ich besass somit keine Vorkenntnisse und hatte wenig Ahnung was mich bei der Show erwartete. Durch meinen jüngsten Sohn wusste ich wohl dass die Scherze Körperrelatiert (falls man es so nennen kann wenn es um Sex und Körperteile geht) und auf Kosten von anderen sind (=Mobbing?). Im Gegensatz zu den anderen Besuchern im Theater war ich somit eher skeptisch, muss ich zugeben.

Meine Vorurteile wurden bestätigt. Es war langweilig, flach und niveaulos. Ich war mehr damit beschäftigt zu beobachten, wie meine Mitmenschen sich über schlechte Scherze, idiotische Texte und dumme Körperbewegungen amüsierten. Sind wirklich die Norweger so anspruchslos dass sie mit so einer Show zufrieden sein können? Laut Wikipedia hat die Show der Raske Menn sogar den Publikumspreis beim vorjährigen Comedypreis gewonnen. Es ist nicht zu fassen.

Natürlich habe ich bei einigen Scherzen geschmunzelt, aber alles in allem kann ich nur davon abraten, diese Show zu besuchen. Es ist die reinste Zeit- und Geldverschwendung. Kürzer und prägnanter kann ich es nicht ausdrücken. Aber mein 11-jähriger hat sich gefreut. Was kann wohl wichtiger sein?

Ratschläge für neue Lehrer

Nachdem ich in den letzten 15 Jahren Kinder zwischen 13 und 16 Jahren unterrichtet habe, fühle ich mich langsam sicher in meiner Arbeit als Lehrer. Es bedeutet aber nicht, dass ich nicht jeden Tag dazulerne. Immer wieder überraschen mich die Schüler, sowohl positiv als auch negativ.

In meinen Jahren als Lehrer habe ich etliche neue Kollegen bekommen und gesehen, wie sie entweder sich als Experten fühlen oder sich einfach nicht zurechtfinden im Schulsystem. Das richtige Verhalten ist wohl irgendwo dazwischen, denke ich. Glaube nicht dass dein Verhalten perfekt ist, aber glaube auch nicht, dass das Schulsystem perfekt ist. Als Lehrer kannst du den Schülern fachliches und soziales Wissen geben – trotz der Schwierigkeiten, die der Lehrplan und der Staat machen. DU BIST DIE WICHTIGSTE PERSON IN DER SCHULE.

Neulich habe ich eine gute Sammlung von Ratschlägen beim Blog Free Technology for Teachers gefunden. Auch für einigermassen erfahrene Lehrer sollte man solche Ratschläge durchlesen, sogar Selbstverständlichkeiten können nicht zu oft wiederholt werden.

Hier findest du alle 131 Ratschläge in Englisch. (Google Docs)

Ich gehe natürlich davon aus, dass alle Junglehrer Englisch beherrschen!

Hier einige Beispiele:

Communicate with parents and don’t overplan.
Don’t forget to be yourself and show them your personality.  Kids and parents see right through the dog and pony show…so just be you take a deep breath and relax.

Ask lots of questions and make lots of mistakes.

Don’t try to be perfect.  Remember you know more than the students do.  Try to sit in on other teacher’s classes and see what you can learn.  Finally, you will get better.  Don’t panic.

Take control of your distance education and/or traditional courses by having an intimate knowledge of your LMS. Take responsibility, break down that LMS barrier to learning and KNOW your LMS. Learn it, love it, use it.

Be prepared. Have a plan for discipline infractions from DAY 1.  Follow it to the letter for the first two weeks. Kids will get the message that you mean what you say and say what you mean. Call parents during the first week to introduce yourself and you will get a feel for how supportive and responsive your parents will be.  Also, try to make time to call for good things.  That way when a negative phone call must be made, you already have a rapport with the parent.

Know your stuff, especially if you teach teenagers. They can spot a fake a mile away. Love what you teach. If you love your subject area, that love will inevitably rub off on your students.

Get to know two people in your school as soon as possible: the secretary and the custodian. These two support staff often work behind the scenes to keep everything running smoothly and can be your most valuable resource.

When you hear «this is how we do things» don’t be afraid to ask «why?»

Zitat:

https://docs.google.com/present/view?id=df6bwk2v_580gj55z3fv

Ich finde jedenfalls, dass diese Ratschläge wirklich nützlich sind, nicht nur für Neulinge. Vielleicht glauben wir Erfahrene dass wir mehr können als wir eigentlich schaffen?

Onkel Jule in Flensburg – eine Spelunke mit Seele

Ich weiss nicht, ob irgendein Möchtegernstudierter vielleicht doch schon eine Arbeit über die Kneipe Onkel Jule in Flensburg geschrieben hat. Möglich wäre es, denn dort passieren Sachen, die eindeutig eine Studie benötigen. Ich werde meinen Teil dazu beitragen.

Ich weiss nicht viel über das Etablissement Onkel Jule. Es ist eine Kneipe am Hafen in Flensburg, seit Jahren sind keine Renovierungsmassnahmen unternommen. Das Gebäude ist heruntergekommen. Zum Ambiente kann ich sagen: Obwohl ich Norweger bin und das kulturelle und geschichtliche Know-How nicht besitze, werde ich trotzdem behaupten, dass Onkel Jule eine echte Spelunke ist.

Laut Wikipedia ist eine Spelunke nur subjektiv zu beschreiben (weil man natürlich nicht generalisieren kann), aber trotzdem kann man wohl sagen, dass

man Spelunken meist in übel beleumdeten Stadtteilen [findet], oft in Hafengebieten oder Vergnügungsvierteln großer Städte. Nicht zwangsläufig, aber oft, führen Treppen in das im Untergeschoss befindliche Lokal. Die Beleuchtung ist düster, die Decke niedrig, das Mobiliar alt und abgenutzt. Die Luft erscheint stickig und ist meist total verraucht. Die Klientel dieser Kneipen besteht häufig aus zwielichtigen Personen. Die Getränke sind nicht teuer, dennoch kann der unbedarfte Gast übervorteilt werden.

Diese Merkmale passen nicht 100% zu Onkel Jule, ich werde später darauf zurückkommen. Aber das folgende Zitat von Wikipedia stimmt auf keinen Fall bei Onkel Jule:

Der Service in Spelunken lässt zu wünschen übrig, das Ambiente ist oft schmutzig und wenig einladend. Neuankömmlinge werden misstrauisch von anderen Gästen beäugt und taxiert. Halbwelt und Kleinkriminelle bilden oft die Stammgäste.

Am Tag vor Silvester verbrachte ich einige Stunden im Lokal. Vor ein paar Jahren war ich zum ersten Mal dort und war gespannt ob es irgendwelche Veränderungen gegeben hat. Wie dumm kann ich sein?

Es war gegen 23 Uhr als ich durch die Tür ging und das Lokal betrat. Wie Wikipedia auch Spelunken beschreibt, ist die Beleuchtung bei Onkel Jule düster, die Decke niedrig, das Mobiliar alt und abgenutzt. Das Lokal war gut besetzt mit Menschen, was natürlich dazu führte dass die Luft stickig und total verraucht war.

In dem Moment wo ich die Spelunke betrat, drehten sich die meisten um, damit sie mich begutachten konnten. Die meisten kann man sagen, denn nicht alle waren in der Lage, die Blicke auf einen festen Punkt zu platzieren (= besoffen). Laut Wikipedia werden Neuankömmlinge in Spelunken misstrauisch von anderen Gästen beäugt und taxiert, was voll und ganz in dieser Kneipe zutrifft. Ich setzte mich auf einen müden Stuhl am Tresen; alle Tische waren belegt.

Die Aufmerksamkeit von der Dame hinter dem Tresen kam sofort, was natürlich ist wo Trinken auf der Tagesordnung ganz oben steht. Essensmöglichkeiten gibt es bei Onkel Jule nicht. Konzept ist somit klar und deutlich – Schnacken und Trinken. Hmmm…..erst Trinken, dann Schnacken.

Obwohl es eine Auswahl an Getränken gibt, trinken die meisten entweder Bier (Flensburger Pilsener aus der Flasche), Schnaps (Korn, Aquavit) oder eine herrliche Kombination von beiden (die meisten Leute…).

Ich bestellte also eine Flasche Flensburger Pilsener und genoss den ersten Schluck vom eiskalten Bier (nichts schmeckt besser). Mein Glück war es, dass ich direkt neben einer modernen Jukebox Maschine sass. Seit meinem letzten Besuch in der Kneipe wurden ein paar von den idiotischen Spielmaschinen herausgeschmissen und stattdessen eine Jukebox installiert. Damit können also die Gäste selbst die Musik wählen. Ausserdem lädt das Gerät zur Kommunikation ein, denn die Leute diskutieren Lieder, Interpreten und helfen einander (je nach Promille) beim Tippen.

Es dauerte nicht lange, bevor der erste Jukeboxbenutzer mir erklären musste, warum er gerade das Lied wählte. Nachdem ich selbst ein bisschen Kleingeld in die Maschine gesteckt habe und ein paar Songs wählen konnte, wollten wieder andere mit mir sprechen. Entweder um ihre Zustimmung bezüglich der Musikauswahl zu geben oder um kopfschüttelnd selbst etwas besseres zu finden…Kannst du dir vorstellen wie viel Zeit vergeht, wenn man vor so einem Gerät hängt?

Nachdem die anderen Besucher gesehen haben, dass der Mann aus Norwegen nach einem Bier nicht sofort die Kneipe verlässt, gibt es mehr Gespräche mit verschiedenen Menschen. Nach und nach steigt der Alkoholpegel und man weiss vielleicht nicht, was man glauben kann oder nicht. Das ist an sich unwesentlich.

Der Gesamteindruck von den Menschen bei Onkel Jule ist positiv. Auf der einen Seite gibt es die schwerkranken Alkoholiker, die einfach und billig ihre «Medizin» bekommen und gleichzeitig etwas Wärme bekommen. Auf der anderen Seite kommen Leute mit Intellekt, die ein komplexes Gespräch suchen mit Menschen, die man nie wieder treffen wird. Ich bin sicher, dass die soziale Spannweite gross ist, wenn man vielleicht von den Leuten ganz oben «auf der Leiter» absieht.

Vielleicht ist es einfach und besser für Stammkunden, mit Fremden wie mir zu sprechen und sich gleichzeitig öffnen. Ich kenne die Menschen nicht und wir werden uns höchst wahrscheinlich nicht wieder treffen. Ich werde sie auch nicht in anderen Zusammenhängen sehen und sie darauf ansprechen, was bei Onkel Jule gesagt und gemacht wurde. Eine Sicherheit also.

Die Menschen bei Onkel Jule machen das Lokal zu einem besonderen Platz, sehr zu empfehlen wenn man nicht nur Ruhe für sich selbst haben will, schick essen oder sich vorzeigen will. Obwohl die Toilette aus einer anderen Zeit (sieht aus als ob die Engländer gerade den Raum bombardiert haben) und die Stühle langsam auseinanderfallen, kann man dort einige schöne Stunden verbringen.

Zumindest waren meine Stunden bei Onkel Jule ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Buchempfehlung: Verbrechen: Stories

Zur Zeit lese ich ein sehr interessantes Buch von Ferdinand von Schirach, einem Berliner Strafverteidiger, der es in seinem Beruf alltäglich mit Menschen zu tun hat, die Extremes getan oder erlebt haben. Das Ungeheuerliche ist bei ihm der Normalfall. Er vertritt Unschuldige, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, ebenso wie Schwerstkriminelle.

Verbrechen: Stories ist angeblich eine Zusammenstellung von wahren Geschichten, was ich natürlich nicht beurteilen kann. Aber es liegt nahe, denn die Geschichten sind nicht unglaublich. Neugierig begann ich mich in das Buch zu vertiefen. Ich konnte nicht mehr aufhören. Die elf Geschichten beschäftigten mich bis in den Schlaf. Sie handeln von menschlichen Abgründen und zeigen kriminelle Energie in einer faszinierenden Weise.

Auffallend ist der nüchterne (trockene) Stil des Autors aber noch mehr die überraschenden Wendungen der Geschichten. Durch seine unterschiedlichen Geschichten wird das Buch abwechslungsreich, aber vor allem die spannend beschriebenen Charactere machen das Buch zu einer perfekten Lektüre für mich.

Ferdinand von Schirach: Verbrechen: Stories